Das Geschoss
Über Geschosse wurden und werden ganze
Bücher gefüllt. Ich will mich hier auf wesentliches
beschränken. Geschosse gibt es in einer Fülle
von Durchmessern und Gewichten. Da das richtige für
die jeweilige Patrone und den jeweiligen Verwendungszweck
zu ermitteln ist eine Sache von Datenbüchern und Erfahrung.
Es gibt Geschosse in den verschiedensten Ausführungen.
Meiner Meinung nach kann man sie grob in 4 Gruppen unterteilen:
1. Bleigeschosse
2. Verkupferte Geschosse
3. Teilmantelgeschosse
4. Vollmantelgeschosse
1. Bleigeschosse:
Die sind normalerweise die billigsten unter den Geschossen,
was aber nicht heissen muss, dass sie schlecht wären.
Es gibt Patronen welche typischerweise mit Bleigeschossen
geladen werden, so z.B. .45 Long Colt oder 44-40. Bleigeschosse
sind nur für "langsame" Laborierungen geeignet.
Werden sie z.B. in eine "heisse" .357 Magnum Laborierung
verladen, leidet die Präzision und der Lauf wird verbleit.
Ich lade Bleigeschosse z.B. für eine schwache .38 Spezial
Matchpatrone oder für meine .45-70 Gouverment Standartlaborierung.
Bleigeschosse können auch relativ leicht selber gegossen
werden, dies ist aber eine andere Geschichte.
2. Verkupferte Geschosse:
Nimmt man ein Bleigeschoss und überzieht es mit einer
dünnen Kupferschicht erhält man ein verkupfertes
Geschoss. Diese Geschosse haben den Vorteil, dass sie den
Lauf nicht verbleien, etwas höhere Mündungsgeschwindigkeiten
als Bleigeschosse aushalten und trotzdem relativ günstig
im Preis sind. Bekannte Hersteller solcher Geschosse sind
die Firma Coppal in Belgien und die Firma Händler&Nattermann
(H&N) in Deutschland. H&N setzt bei einigen Typen
ihrer beschichteten Geschossen noch einen drauf: Sie überziehen
die verkupferten Geschosse zusätzlich mit einem Kunststoff
der noch höhere Mündungsgeschwindigkeiten zulässt.
Die Geschosse erhalten durch diesen Überzug eine gold-gelbe
Farbe.
Lädt man Patronen mit verkupferten Geschossen zu stark,
merkt man das ziemlich schnell: Der Kupfer löst sich
in Streifen vom Geschoss und wird während des Fluges
aufgestellt. Das Resultat sind schlüssellochförmige
Einschüsse auf der Scheibe.
3. Teilmantelgeschosse
Dieser Typ von Geschossen sieht aus wie ein kleiner Kupferbecher
welcher mit Blei überfüllt wurde. Dieser "Becher",
der Mantel also, besteht aus Tombak (Kupferlegierung) oder
auch aus Stahl. Sehr verbreitet ist dieser Typ bei Revolverpatronen.
Die Teilmantelgeschosse sind im Vergleich zu den Bleigeschossen
und den verkupferten Geschossen teurer, halten aber eine
grössere Mündungsgeschwindigkeit aus. Bei "heissen"
Laborierungen für Patronen wie die .357 Magnum, die
.44 Magnum oder die .454 Casull sollten nach Möglichkeit
Teilmantel oder Vollmantelgeschosse verwendet werden. Leider
ist die Herstellung, der Import und der Handel dieser Geschosse
für Kurzwaffen in der Schweiz mittlerweilen verboten.
4. Vollmantelgeschosse
Diese Geschossart ist von den Eigenschaften her den Teilmantelgeschossen
sehr ähnlich. Die Mäntel der Vollmantelgeschosse
sind wie bei den Teilmantelgeschossen entweder aus Tombak
oder Stahl. Es gibt Vollmantelgeschosse bei denen das Blei,
die "Füllung" also, komplett eingepackt ist,
und solche bei denen das Heck nicht durch den Mantel abgedeckt
ist. Letztere sind sogar häufiger anzutreffen.